-50- Nicht schon wieder Post!

Nach etwas längerer Zeit melde ich mich nun zurück. Beim letzten Mal waren wir also bei dem Situationsbericht, den wir im März 2019 abgeschickt hatten. Natürlich erhielten wir keinerlei Antwort von Frau Ex. Sie schickte halt nur zu Ostern ein kleines Päckchen für die Kleine und das wars. Leider ahnten wir aber nicht, dass wir dann doch Post bekommen sollten.

Aber nicht von Frau Ex!

Im Mai 2019 bekam M. einen Brief vom Amtsgericht. Allein diesen blöden Brief im Briefkasten gesehen zu haben, hat mich schon wieder zittern lassen. Ohne den Brief zu öffnen und schon den Stempel des Gerichts zu sehen ließ uns immer erahnen, dass das nichts Gutes zu bedeuten hatte.

Wir öffneten den Brief und es ging um die Anzeige wegen Stalking. Die Staatsanwaltschaft war echt der Überzeugung eine Hauptverhandlung gegen M. zu eröffnen. Die Gründe dazu standen auch dabei. Es waren die an den Haaren herbeigezogenen Ereignisse, die Frau Ex angegeben hatte und so aber nie passiert sind. Selbst wir als Laien dachte nur, dass das doch nicht als Gründe wegen Stalking ausreichen konnte. Das sah unser Anwalt dann genauso und er war auch total überrascht, dass diese Anklage nicht fallen gelassen wurde. Er sagte, dass es hier bei uns im Landkreis so etwas nicht gegeben hätte. Es kam ihm komisch vor.

Nun hatten wir also eine Frist von 10 Tagen um Gründe hervorzubringen, warum eine Hauptverhandlung nicht eröffnet werden sollte und dann entscheidet der Richter. Natürlich hatten wir zu unserem Termin mit dem Anwalt schon alles vorbereitet und er konnte sich die Beweise heraussuchen, die er für sein Schreiben nutzen wollte. Wir hatten z.B. die Whats-App Nachrichten genommen, wo eindeutig zu sehen ist, dass die morgendlichen Treffen an der Bushaltestelle abgesprochen waren und kein Auflauern, wie es Frau Ex behauptet hatte. Auch dieses Mal waren wir guter Dinge, weil es einfach gar nicht sein konnte, dass das Frau Ex wirklich so durchgeht.

Wir sollten uns täuschen!

Nicht mal 1 Woche nach dem Schreiben unseres Anwalts erhielten wir schon eine Einladung zur Hauptverhandlung, die nicht mal 4 Wochen später schon stattfinden sollte. Unser Anwalt war total verwirrt und konnte absolut nicht verstehen was da vor sich geht. Er erklärte uns das er anhand des Datums sehen konnte, dass der Beschluss des Richters schon 1 Tag nach Ankunft unseres Schreibens und noch vor Ablauf der eigentlichen Frist erstellt wurde. Er hatte auch geschrieben, dass der Richter sich die Akte aus dem Familiengericht hinzuziehen sollte. Das kann er niemals getan haben, wenn er schon quasi direkt nach dem Lesen unseres Schreibens den Beschluss gemacht hat. Allein die Tatsache das der Richter den Beschluss vor Ablauf der Frist erstellt hat, ließ unseren Anwalt glauben das etwas nicht stimmte. Es sei mehr als unüblich dies zu tun, weil wir ja hätten noch Zeit gehabt um evtl. noch etwas nachzureichen. Auf einmal war seine Zuversicht nicht mehr da, weil er uns zu verstehen gab, dass dort am Gericht mit dem Richter und dessen Arbeit irgendwas nicht in Ordnung war.

Außerdem war es so, dass er an dem Termin in 4 Wochen keine Zeit hatte und er sowieso erschrocken war. Es ist sehr kurzfristig und der Termin wurde nicht mal mit seiner Kanzlei abgestimmt, was man normalerweise wohl auch macht. Der Anwalt meinte aber, dass er nun ein Schreiben fertig macht mit der Bitte den Termin zu verschieben und mit seinen Terminen abzustimmen, denn er wollte uns dorthin begleiten und keine Korrespondenz machen, wie unser Anwalt für Familienrecht. Schließlich musste wir ja über 400km hinfahren und das macht man ja auch nicht einfach so.

Leider sollte wir uns aber auch da täuschen. Es waren dann nur noch 2 Wochen bis zu dem Termin und unser Anwalt erhielt eine Antwort. Die Verschiebung des Termins wurde ohne Angabe von Gründen abgelehnt. Dem Richter war es also scheinbar egal, dass wir hätten dann ohne Anwalt dort antreten müssen. Aber fast zeitgleich erreichte uns auch ein weiterer Beschluss des Richters mit einem früherem Datum als die Ablehnung. Es ließ uns sehr erstaunen. Der Beschluss sagte aus, dass Frau Ex und ihr Anwalt als Nebenkläger zugelassen wurden. Zuerst wussten wir gar nicht was das nun bedeutete und ich recherchierte erst einmal im Internet.

Wenn du das Opfer bist kannst du dich als Nebenkläger sozusagen eintragen lassen. So hat mehr Rechte während des ganzen Verfahrens. Denn man führt ein Strafverfahren ja nicht mit Privatperson gegen Privatperson, sondern der Staat gegen eine Privatperson. Als Opfer übergibst du die Aufgabe der Strafverfolgung mit der Anzeige an den Staat. Möchte man aber dennoch ein Mitspracherecht und andere Rechte, dann kann man halt Nebenkläger werden und selbst noch einen Anwalt hinzuziehen. Dies hatte Frau Ex also nun getan und wir waren mehr als verwundert. Das bedeutete also das sie wirklich glaubte damit durchzukommen oder wie? Denn wenn du als Nebenkläger verlierst kann man auch belangt werden und muss auch die Kosten tragen. Frau Ex müsste doch aber auch selbst wissen, dass sie alles nur erfunden hatte?! Es war kurios und langsam dachten wir wirklich darüber nach, ob sie überhaupt noch wusste das sie gelogen hatte. Nach so einer langen Zeit kann man sich ja auch einiges selbst einreden?!

Trotzdem war noch nichts verloren!

Unserem Anwalt fiel dann also auf, dass der Beschluss schon vor seiner Anfrage wegen Terminverschiebung erstellt wurde und er erklärte uns, dass wenn das Opfer als Nebenkläger zugelassen wurde und somit einen Anwalt hat, dann muss auch der Täter eine Anwalt haben. Vorher hätte M. auch ohne Anwalt hingehen müssen, wenn sein Anwalt keine Zeit hätte, aber nun bestand also Anwaltspflicht. Leider wusste der Anwalt nun nicht, ob er gegen die Ablehnung vorgehen konnte, denn so etwas hatte er noch nicht erlebt. Der Richter hätte doch nämlich selbst wissen müssen, dass M. nun ein Anwalt beiseite gestellt werden muss. Weiterhin gingen wir also stark davon aus das etwas nicht stimmte. Trotzdem setzte unser Anwalt noch ein Schreiben auf und versuchte erneut den Termin zu verschieben. Es war ja nicht mehr viel Zeit.

Ohne Witz. Wir waren die ganzen restlichen Tage mega angespannt. Sicherheitshalber hatte ich schon unsere Übernachtung in der üblichen Ferienwohnung geklärt. Ich hatte solche Angst, dass wir dort allein hätten hin müssen. Aufgrund dieses komischen Richters hatten wir echt fast keine Hoffnung mehr. Die ganze Zeit dachten wir, dass das doch nicht wahr sein kann. Egal wem wir davon erzählten, alle waren fassungslos und konnten nicht nachvollziehen wieso so etwas überhaupt möglich ist. Es war auch keiner der Meinung, dass es sich bei den Vorwürfen um Stalking handeln würde, aber naja.

Dann kam wieder Post!

Wieder ein Brief vom Amtsgericht und wir öffneten. Schon im Betreff war zu lesen, dass es sich um eine Änderung der Vorladung für den Termin handelte. Puhhh! Wir atmeten auf und fingen schon an uns zu freuen. In diesem Moment waren wir echt erleichtert und es stand sogar noch da, dass unser Anwalt als Pflichtverteidiger für M. zugelassen wurde. Das war ja noch besser! Zum Glück müssten wir dann doch nicht allein hinfahren und der alte Termin Ende Juni 2019 wurde dann also auch verschoben.

Aber wann müssen wir denn nun hin?

Als M. und ich auf den neuen Termin blickten wussten wir zuerst nicht, ob wir weinen oder lachen sollten?! So kurzfristig wie vorher war natürlich doof, aber irgendwo wollte man es dann doch hinter sich bringen. Tja aber nun wurde unser Termin auf Freitag, den 20.12.2019 verschoben. Geil oder? So richtig schön ein halbes Jahr später und 4 Tage vor Weihnachten! In mir kreisten wieder die Gedanken. Bekommen wir dann auch gleich eine Entscheidung? Oder müssen wir dann erstmal über die Feiertage warten, weil Richter und Co erstmal schön Urlaub machen? Haben die überhaupt noch Bock am letzten Tag vorm Urlaub? Also entweder das Ergebnis dieses Tages würde uns den Weihnachtsurlaub versauen oder wir hätten erst recht einen Grund zum Feiern!

Wir werden sehen….

Liebe Grüße,
Rose

7 Gedanken zu “-50- Nicht schon wieder Post!

  1. Herrlich, wie ich sehe kommt bei Euch auch keine Langeweile auf. Wo ich in Deinem Beitrag Stalking und Co lese, fällt mir ein, dass meine Ex neuerdings eine Kamera über der Tür hat. Ich bin mal gespannt, ob da auch Schindluder mit getrieben wird.

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