-49- Der erste Situationsbericht

Nachdem ihr nun etwas von der Kleinen erfahren habt, springe ich wieder zurück und erzähle euch, wie es uns in dieser Zeit so erging.

Abgemacht ist abgemacht!

Wir hatten ja mit unserem Anwalt besprochen, dass wir Frau Ex alle 3 Monate einen Situationsbericht mit Informationen über die Kleine schicken. Das wollten wir auch wirklich vernünftig machen. Denn wir wollten ja auch, dass Frau Ex weiterhin am Leben der Kleinen teilnehmen konnte. Und es sollte sozusagen das letzte Mal sein, dass wir Frau Ex die Hand reichen.

Zuerst also der Situationsbericht. Wir schrieben gemeinsam alles auf was uns so einfiel. In welchen neuen Kindergarten die Kleine geht, wie sie sich dort schon super eingelebt hatte und welches Konzept der Kindergarten hat. Wir schrieben von den Dingen, die sie am Liebsten in ihrer Freizeit macht und was sie gerne isst. Auch was sie Neues gelernt hat haben wir aufgeschrieben, unteranderem dass sie nun ohne Stützräder Fahrrad fahren konnte. Also alles was uns so einfiel und vielleicht war das auch schon zu viel, aber wir dachten halt wirklich, dass sie so einen guten Eindruck erhält wie die Kleine sich entwickelt und sie dann halt auch noch mitbekommt was die Kleine z.B. gerne mag. Gerade wenn sie ein Päckchen schicken will, wäre es ja schön wenn da auch Dinge drin sind, die den Interessen der Kleinen entsprechen.

Dann packten wir noch 3 Bilder von der Kleinen dazu. Einmal z.B. wie sie gerade ohne Stützräder Fahrrad fährt und ein anderes, wie sie draußen spielt. Die Kleine hatte dann auch noch die Möglichkeit ein Bild zu malen, welches wir mitschicken würden, aber sie wollte nichts malen. Zwingen wollten wir sie auch nicht und vielleicht dann beim nächsten Mal.

Fertig!

Das war ja nun eigentlich gar nicht so schwer mit dem Situationsbericht. Aber das sollte irgendwie nicht alles sein. Ich überlegte lange, ob es nicht vielleicht auch eine Idee wäre, nochmal einen Brief mitzuschicken? Als ich M. davon erzählte, war er erst nicht so begeistert davon, ich mein als ob man je davon begeistert sein könnte?! War ich auch nicht, aber ich hielt es für eine gute Idee, um noch sozusagen unseren Teil zu erfüllen und auch um nochmal einiges klar zu stellen. Nachdem ich M. das genauer erklärte, fand er die Idee dann doch nicht mehr so schlecht.

Also schrieben wir Frau Ex einen Brief. Zuerst schrieben wir, warum wir die Situationsberichte schicken würden und das es halt guter Wille von uns ist. Wir stellten auch gleich klar, wenn sie dies irgendwie versuchen würde negativ gegen uns bzw. M. zu benutzen, dann würden wir diese Berichte sofort einstellen. Danach schrieben wir nochmal, dass wir weiterhin kein Problem damit hätten, wenn sie mit der Kleinen wenigstens telefonieren würde, da sie sie ja schon nicht besuchen käme. Wir schrieben auch, dass sie ja selber wüsste, das ihre Aussage zu dem letzten Telefonat nur ein Vorwand war und sie dabei vergessen würde, dass es um die Kleine ginge. Das stellten wir also auch nochmal alles klar. Es ginge uns nur um die Kleine und dass es für sie wichtig wäre eine Mama und einen Papa zu haben. Wir schlugen ihr noch ein letztes Mal vor, dass man zum Wohle der Kleinen doch vernünftig miteinander auskommen sollte und man dann bestimmt auch einen Weg finden könnte, wie sie die Kleine auch regelmäßig sehen könnte.

Danach schrieben wir noch einmal direkt aber höflich, dass uns durchaus bewusst sei, warum Frau Ex sich diese ganzen Geschichten über M. ausgedacht hatte. Sie wollte ihn halt loswerden. M. betonte noch einmal deutlich, dass er sie weder zurück haben wollte, zurück haben will oder jemals zurück haben wollen würde. Und das sie diese ganzen Vorwürfe wegen Stalking und Co unterlassen sollte.

Zum Schluss schrieben wir noch ein paar Vorschläge auf bzw. nochmal deutlich, was wir nicht mehr tun werden. Es ging los mit dem Problem der Kommunikation wegen dem gemeinsamen Sorgerecht. Wir schlugen vor, dass eine E-Mailadressen evtl. noch der einfachste Weg sei. Man könnte relativ schnell Abstimmungen treffen, auch Dateien übersenden und es wäre nachweisbar was geschrieben wurde. Frau Ex sollte sich diese Option doch bitte überlegen und Rückmeldung geben.

Weiter ging es mit der Kommunikation ansonsten. Wir schrieben, dass M. sie auf keine andere Art und Weise außer per Post kontaktieren würde, einfach zum Selbstschutz wegen den Stalking-Vorwürfen. Sollte sie also doch mal mit der Kleinen telefonieren wollen, dann müsse sie sich vorab melden. Auch in einem Notfall würde er sie nicht telefonisch auf diese eine komische Telefonnummer oder bei über ihren Mann kontaktieren. Höchstens ich würde einmal anrufen und ansonsten kommt die Info halt erst per Post. Somit stellten wir klar, wenn Frau Ex sich nicht eine Lösung für das Kommunikationsproblem einfallen lassen würde, wir halt höchsten per Post etwas schicken würden. Es läge nun also bei ihr einen Vorschlag zu machen. Auch die Überlegung wegen einer Vollmacht schrieben wir mit auf, falls sie absolut nicht gewillt ist eine Lösung zu finden. Dann wäre das auch für sie ein einfacher Weg M. eine Vollmacht auszustellen. Sie sollte sich dazu zurückmelden.

Zuletzt schrieben wir auch noch, dass wenn Frau Ex diese Situationsberichte nicht erhalten möchte, sie dann bitte auch innerhalb von 2 Wochen eine schriftliche Rückmeldung dazu geben sollte. Ansonsten würden wir bei keiner Rückmeldung davon ausgehen, dass sie damit einverstanden sei. Dann schrieben wir noch, dass sie sich bitte überlegen sollte, ob sie evtl. ein paar Bilder von sich mit der Kleinen schicken könnte, weil wir diese im Zimmer der Kleinen aufhängen würden. Denn es wären schon Bilder von uns und von den Großeltern vorhanden, nur von ihr halt nicht. Schluss, Aus, Ende, Mit freundlichen Grüßen und so weiter….

Jaaa, ich weiß!

Niemals würden wir darauf eine Antwort bekommen! Das war ja das, was M. von Anfang an zu mir meinte. Klar können wir ihr so einen Brief schicken, aber es würde doch eh nichts bringen und Frau Ex würde nie darauf reagieren. Ich lachte und sagte zu M.: „Jap! Das weiß ich!“ und er schaute mich verwundert an. In meinen Augen ist das aber eine ganz einfache Sache! Es besteht das gemeinsame Sorgerecht und früher oder später muss eine Entscheidung getroffen werden. Für mich ist dieser Brief nur eine Art Pflichterfüllung, denn natürlich kommt da von Frau Ex nichts, aber immerhin haben wir dann unseren Teil erfüllt.

  1. Wir haben höflich um eine Lösung für den Umgang bzw. Kontakt mit der Kleinen gebeten. Von unserer Seite kein Problem.
  2.  Wir haben höflich um eine Lösung für die Kommunikation bezüglich von Entscheidungen, die das gemeinsame Sorgerecht betreffen, gebeten. Inklusive Vorschläge, wie z.B. E-Mail oder Vollmacht.
  3.  Wir haben nochmal deutlich klargestellt, dass es um das Wohl des Kindes geht, wir bereit wäre die Situation für die Kleine zu verbessern und die Streitsituation zu beenden. Es wurde nochmal darauf hingewiesen, dass es nicht um eine Wiederherstellung der Liebesbeziehung zu Frau Ex ginge.

Versteht ihr?

Wir haben damit einfach nur schon weiter gedacht. Irgendwann wird einfach der Tag kommen, wo eine Unterschrift von Frau Ex fällig wird und dann stehen wir da. Und in meinen Augen muss für so eine Situation schon vorher eine Lösung gefunden werden und nicht erst einen Tag vorher oder so. Frau Ex muss einfach irgendwann endlich verstehen, dass es nicht um sie geht. Sie ist Mutter und hat damit auch Verantwortung und Verpflichtungen. Und leider mussten wir ja auch davon ausgehen, wenn wir z.B. etwas hinschicken würden, was unterschrieben werden müsste, dass wir das doch dann gar nicht wieder bekommen. Oder hättet ihr da noch Vertrauen?

Ich traue dieser Frau keinen Meter mehr über den Weg und genau deshalb versuche ich ihr immer schon einen Schritt voraus zu sein. Sie möchte später mal sagen, dass sie ja nie etwas über die Kleine erfahren hat? Sie bekommt von uns einen freiwilligen Bericht. Sie möchte sich irgendwann mal beschweren, dass sie wegen uns die Kleine nie kontaktieren oder sehen durfte? Wir haben ihr Vorschläge gemacht und ausgedrückt, dass Umgang mit der Kleinen wichtig ist und wir das befürworten. Es konnte keine Unterschrift gegeben oder keine gemeinsame Entscheidung getroffen werden? Also wir haben Vorschläge dazu gemacht und welche Ausrede hat sie?

Das einzig doofe an der Sache ist die Beweisbarkeit. Wir hatten extra vorab mit dem Jugendamt hier telefoniert, ob wir diese Bericht an die schicken könnten und das Jugendamt schickt die dann weiter an Frau Ex. So hätte das Jugendamt immer eine Kopie und wir einen Nachweis, aber unser Jugendamt hat dies abgelehnt, weil sie so viel zu tun hätten. Sie wären überlastet und hätten zu wenig Personal. Vorgeschlagen haben die dann, dass wir das mit Rückschein machen sollten. Und auch wenn das nicht so die beste Variante ist, aber das haben wir dann so getan. Wir haben einen Rückschein bekommen mit der Unterschrift von Frau Ex, dass sie den Brief erhalten hat. Das Jugendamt meinte, dass sie ja dann erstmal nachweisen müsste, dass wir etwas anderes als das von uns vorgelegte Schreiben geschickt hätten. Naja ich bin zwar noch gespannt, ob das am Ende wirklich also so funktioniert, aber noch brauchten wir das ja nicht.

Aber ich muss auch sagen, dass wir bis jetzt gut damit gefahren sind indem wir immer lösungsorientiert mitgearbeitet haben. Kann ich nur empfehlen. Nicht gleich alles ablehnen oder gegen Lösungsversuche sperren. Sondern zeigen, dass einem das Wohl des Kindes wichtig ist und man bereit ist kooperativ zu sein, egal wie scheiße der andere Elternteil ist. Frau Ex hingegen hat immer alles abgelehnt und nur gegen uns geschossen. Das sehen auch die anderen Beteiligten, wie Jugendamt und Gericht. Das hat ihr keine Pluspunkte gebracht! Allerdings wäre mir auch wichtig zu sagen, dass es von unserer Seite auch nicht nur gespielt war. Uns lag das Wohl der Kleinen wirklich am Herzen und deswegen kann ich auch nur nochmal sagen, dass wenn man so einen Weg gehen will, es auch wirklich ernst meinen sollte und nicht nur dem anderen Elternteil eins auswischen will.

Unsere Reise ist jedenfalls noch nicht zu Ende!

Liebe Grüße,
Rose

 

Ein Gedanke zu “-49- Der erste Situationsbericht

  1. Hört sich für mich gut und richtig an. Ich hoffe, ihr habt von allem eine Kopie gemacht…aber, da ihr schon so vieles durch habt, mit Frau Ex, gehe ich davon aus.

    Ihr macht das toll und ich finde, die Kleine hat mit euch das große Los gezogen.

    Danke, dass ich / wir teilhaben dürfen daran.

    Liebe Grüße
    Caro

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