-44- Gerichtsverhandlung #4

Anfang Januar wurde Frau Ex noch einmal zu einer (hoffentlich) letzten Gerichtsverhandlung eingeladen. Naja also so eine richtige Verhandlung sollte es ja auch gar nicht mehr werden, denn wir mussten nicht erscheinen, nur unsere Anwältin ging hin. Laut unseren Informationen sollten rein formell noch ein paar Unterschriften gegeben werden und nur noch einmal alles schriftlich festgehalten werden.

Tja…

Wie wir aber Frau Ex langsam kannten, war das nicht so wie alle erwartet hatten. Wir waren ja nicht dabei und mussten auf den Anruf unserer Anwältin warten, die uns dann alles erzählen wollte. Auch wenn wir wussten, dass es keine richtige Verhandlung mehr werden sollten, waren wir doch irgendwo nervös. Während wir warteten fiel mir etwas irgendwie lustiges auf. Unsere erste Gerichtsverhandlung war am Dienstag, den 08.01.2018 und nun sollte die letzte am Dienstag, den 09.01.2019 sein?! Das ist ja quasi fast auf den Tag genau ein Jahr später?! Irgendwie empfanden wir das als einen leicht witzigen Zufall…

Am späten Nachmittag kam dann der ersehnte Anruf. Unsere Anwältin musste sehr viel lachen, weil sie selber nicht glauben konnte, was da wieder abgegangen ist. Sie erzählte uns, dass sie und die Richterin schon in dem Raum saßen und warten mussten, weil Frau Ex vor der Tür im Flur stand und nur geheult hat. Ihre Anwältin versuchte sie verzweifelt zu beruhigen, aber sie war völlig außer sich. Somit verspätete sich schon der Beginn der Verhandlung und die Richterin war irgendwie angepisst. Sie erklärte, dass sie eigentlich gedacht hätte, dass es sich um eine Sache von einer halben Stunde handelte. Als Frau Ex dann endlich in den Raum kam, konnte es losgehen. Die Richterin machte sie darauf aufmerksam, dass sie von Mal zu Mal, wo sie sie gesehen hatte schlechter aussehen würde. Frau Ex war völlig patzig und meinte, dass das daran liegen würde, dass sie ihr Kind weggeben musste. Danach erklärte sie, dass sie das Ganze gerne rückgängig machen würde, weil sie sich nicht richtig überlegt hätte, was das alles für sie bedeuten würde. Alle waren total überrascht und sprachlos.

Die Richterin erklärte ihr, dass das alles Geld kostet und sie nicht mal so und mal so machen kann. Frau Ex könne ja froh sein, dass sie das nicht bezahlen müsste, aber sie sollte sich doch mal überlegen, wie es wäre wenn sie es müsste. Außerdem wäre ja jetzt schon alles beim Vater organisiert und nun kann sie das nicht einfach so wieder ändern, denn sie wurde ja laut dem Schreiben ihrer Anwältin ausreichend belehrt. Unsere Anwältin lachte die ganze Zeit nur am Telefon. Manchmal klingt das alles so unglaublich, dass man meinen könnte es wäre nicht wahr. Da muss man dann einfach nur lachen.

Weiter erzählte sie uns, dass Frau Ex dann widerwillig dem Lebensmittelpunkt beim Vater zustimmte, aber das Aufenthaltsbestimmungsrecht dann doch bei beiden bliebe. Ich erkläre mir das so, dass wir ja jetzt eine freiwillige Zustimmung haben und keinen Beschluss vom Gericht. Sie haben ihr das Aufenthaltsbestimmungsrecht gelassen, aber dafür haben wir die freiwillige Zustimmung bekommen. Eine Entscheidung vom Gericht ist wahrscheinlich einfacher anfechtbar, wenn man nicht damit einverstanden ist. Aber nun kann sie ja nicht losziehen und sagen, sie wollte das nicht. Dann wird ihr ja jeder Richter sagen, dass da doch steht, dass sie mit dem Lebensmittelpunkt einverstanden ist. Also müsste sie wahrscheinlich erst besondere Gründe hervorbringen, warum das Kind nicht mehr bei uns leben sollte, um etwas daran zu ändern. Jedenfalls wüsste ich keine andere Erklärung dafür.

Dann ging es noch um das U-Heft und den Impfpass. Unsere Anwältin bat nochmal darum, dass Frau Ex diese Unterlagen aushändigen sollte. Frau Ex allerdings behauptete felsenfest, dass sie die Unterlagen mitgegeben hätte und M. sich das nur ausdenken würde. Somit wurde festgehalten, dass die Sache mit den Unterlagen ungeklärt bleibt. Naja klar, deswegen haben wir auch Quittungen für die Ausstellung von Duplikaten hier liegen, denn umsonst ist das ja nicht. Und wir bezahlen aus lauter Langeweile das Geld um ein Duplikat zu erhalten, obwohl wir die Originale ja schon haben…

Zum Schluss ging es dann noch um den Umgang. Frau Ex wollte, dass wir weiterhin alle 2 Wochen dorthin fahren und die Kleine mitbringen. Wir hätte ja eh schon die Ferienwohnung dort und könnten das ja so weitermachen, nur das wir halt die Kleine dann freitags zu ihr bringen und sonntags wieder mitnehmen.

Geht’s ihr noch gut?

Zum Glück hatte unsere Anwältin und auch die Richterin diesen Vorschlag sofort im Keim erstickt, aber Hallo?! Ich weiß da gar nicht wo ich anfangen soll?! Zum Einen ist M. angeblich ein Stalker und sie will nicht, dass er in ihrer Nähe ist usw., aber jetzt sollte er dann trotzdem noch dorthin fahren? Was ja bedeuten würde, dass er sich weiterhin in ihrer Nähe aufhalten würde, um sie eventuell stalken zu können. Und zum Anderen sollten wir dann auch noch für alle Kosten allein aufkommen oder was? Ja klar und aus reiner Gutmütigkeit und Freundlichkeit machen wir das natürlich für Frau Ex, weil sie ja auch immer zu nett zu uns war?! Also versteht mich bitte nicht falsch, aber ich fand das sowas von dreist. Natürlich haben wir schon vorher mal erklärt, dass wir uns bereiterklären den Umgang zu unterstützen falls die Kleine zu uns kommt, aber dann im Sinne der Kleinen und nicht so wie Frau Ex sich das vorstellt. Klar würde ich z.B. die Hälfte der Strecke entgegen kommen oder sowas, aber alle 2 Wochen die Kleine dorthin fahren, um uns weiterhin Vorwürfe wegen Stalking und Co anzuhören?! Nein danke! Wir sind doch auch extra dort geblieben, damit eben die Kleine nicht alle 2 Wochen mehr Zeit im Auto verbringt als alles andere. Und das hatte auch die Richterin ihr erklärt. Wenn dann sollte Frau Ex sich auch eine Übernachtungsmöglichkeit suchen und bei uns vor Ort bleiben. Nur wenn der Zeitraum länger ist, dann könnte sie die Kleine mitnehmen. Dies lehnte Frau Ex aber sofort ab, weil sie kein Geld dafür hätte.

Dann wurde seitens der Anwältin von Frau Ex andere Vorschläge gemacht, wie dass die Kleine z.B. alle 3 Wochen für 1 Woche zu Frau Ex geht und dann wieder 3 Wochen bei uns bleibt. Dem wollte unsere Anwältin aber ohne unser Einverständnis nicht zustimmen und erklärte, dass es sicherlich kein Problem ist diese Vorschläge mit M. zu besprechen und sich dann eine Lösung finden ließe. Frau Ex weigerte sich aber bei allem und uns erklärte unsere Anwältin, dass sie das Gefühl hatte, dass die andere Anwältin mehr für Frau Ex rausholen wollte als die eigentlich haben wollte. Es wirkte halt irgendwie als wollte Frau Ex keine Lösung dafür finden. Somit wurde festgehalten, dass sie die Möglichkeit hat alle 2 Wochen zu uns zu kommen und die Kleine fürs Wochenende sehen kann. Allerdings muss sie sich vorab montags bei uns melden, um Bescheid zu geben ob sie am Freitag dann kommt. Da sie schon gesagt hatte, dass sie das nicht macht, wollte die Richterin vermeiden, dass wir die Kleine aufs Wochenende vorbereiten und am Ende kommt Frau Ex gar nicht. Deshalb vorab Bescheid geben. Und ansonsten wurde festgehalten, dass andere Möglichkeiten für den Umgang natürlich zwischen den Eltern abgesprochen werden könnte. Frau Ex passte das alles natürlich überhaupt nicht, denn nun war sie in der Position mit M. sprechen zu müssen, wenn sie etwas möchte. Und seit über einem Jahr wehrte sie sich mit Händen und Füßen dagegen. Jetzt ist das natürlich scheiße, wenn man doch wieder mit ihm sprechen muss.

Zum Schluss bat Frau Ex darum mit der Kleinen am nächsten Tag telefonieren zu können. Unsere Anwältin wusste, dass wir nichts dagegen hatten und stimmte dem zu. Sie erklärte, dass sie uns Bescheid geben würde und dann spräche nichts dagegen.

Somit wurde die Verhandlung beendet und das Ganze sollte endlich ein Ende haben. Naja wer weiß?! So richtig traute ich der Sache noch nicht, aber es war schon sehr viel wert, dass es nun endlich offiziell ist und alles geregelt wurde. Wir waren glücklich, dass sie Kleine bei uns bleiben konnte und nun konnten wir etwas positiver in die Zukunft schauen. Aber zu Frau Ex werde ich zu gegebener Zeit noch etwas schreiben…

Liebe Grüße,
Rose

Ein Gedanke zu “-44- Gerichtsverhandlung #4

  1. Schön, dass die Kleine bei euch bleiben darf. Ich denke bei euch wird es ihr viel besser ergehen. Was die Mutter da macht ist nur ein Machtkampf auf dem Rücken des Kindes und das macht man einfach nicht. Es tut mir einfach nur leid für das kleine Mädchen. Gerade von einer Mutter sollte man anderes erwarten. Ich hoffe, dass sich die Wogen für euch langfristig glätten, doch da habe ich ehrliche Zweifel dran. Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft. LG vom Schokodil

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