-28- Vom Regen in die Traufe #3

Also bevor wir nun klein M. zu ihren Großeltern brachten, haben wir uns mit dem Verfahrensbeistand Frau B. auf einem Spielplatz getroffen. Ich habe mich echt ganz komisch gefühlt, weil man ja zum einen nichts falsch machen wollte, aber zu anderen wollte ich auch das endlich was passiert.

Machen wir das Beste draus!

Zuerst sprach Frau B. mit klein M. über unseren Urlaub, wie es ihr gefallen hatte und was wir so gemacht hatten. Die Kleine war total happy und gut drauf. Und Frau B. fragte sie auch, ob sie sich vorstellen könne länger bei uns zu bleiben und sie sagte ja. Danach wollte sie dann unbedingt spielen gehen und wir konnten mit Frau B. sprechen.

Wir erzählten ihr noch einmal wie die Übergaben so waren und ich sagte ihr deutlich, dass es nicht so weitergehen kann. Frau Ex schickt immer ihre Freundinnen vor und alle zusammen reden sie der Kleinen ein, dass sie nicht zu uns wollen würde. Immer werden einem Steine in den Weg gelegt, obwohl M. doch nur seine Tochter sehen möchte und eben auch an ihrem Leben teil haben möchte. Aber Frau Ex informiert ihn nie und holt auch nie seine Zustimmung, obwohl gemeinsames Sorgerecht besteht.

„An was haben sie denn jetzt gedacht?“, fragte Frau B.

„Tja“, sagte ich, „wenn wir das wüssten!“ Wir hatten gehofft, dass sie uns sagen könnte was wir nun tun könnten. Sie sagte, dass auch wenn es den Konflikt zur Kindesmutter wahrscheinlich noch schlimmer machen würde, könnte M. das Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen, wenn er das möchte. M. erklärte daraufhin, dass es ihm sehr wichtig sei, das es klein M. gut gehen würde und wenn das bedeuten würde, das sie in Zukunft bei uns leben würde, damit sie dem Druck und den Manipulationen nicht mehr ausgesetzt wäre, dann würde er das tun. Und der Konflikt zu Frau Ex würde so oder so nicht besser werden, da sie immer noch denkt, dass M. sie zurück haben wollen würde. Frau B. erzählte auch, dass sie glaube das Frau Ex sich so da rein gesteigert habe das sie glaube M. wäre ein Stalker. Ich schüttelte den Kopf „So ein Blödsinn!“ und danach verblieben wir so, dass wir noch einmal darüber schlafen und uns dann entscheiden würden, was wir machen.

Also ging es dann zu den Großeltern. Dort angekommen endete dann also unser Urlaub und wir waren alle ziemlich traurig. Klein M. erzählte uns, dass sie gar nicht zu Oma und Opa möchte, sondern lieber bei uns bleiben würde. Wir erklärten ihr aber das wir ja wieder arbeiten gehen müssten und so verabschiedeten wir uns am Tor des Vorgartens. Dann machte die Oma die Tür auf und begrüßte klein M., aber gerade als wir uns umdrehen wollten, rief sie das wir warten sollten. Der Opa würde gerne mit M. sprechen. Sofort wurde ich angespannt und war im totalen Alarmmodus, denn Ärger wollten wir vermeiden und deswegen eigentlich auch direkt gehen.

Der Opa kam raus und fing direkt an zu fragen, was das alles soll? Warum M. Frau Ex nicht in Ruhe lassen würde und sie ständig vors Gericht ziehen würde? Und vor allem wollte er wissen, ob M. Frau Ex jemals geschlagen hätte? M. erklärte ihm, dass sie ihn doch all die Jahre gut kannten und kennengelernt hatten. Sie wüssten doch das er sie nie geschlagen hätte. Der Opa nickte und meinte er könne sich das auch nicht vorstellen. Dann kam die Oma auch noch raus und schimpfte ebenfalls gleich los. Warum M. nicht einfach mit Frau Ex gesprochen hätte und gesagt hätte er holt klein M. alle zwei Wochen ab? Warum alles vor Gericht sein musste? Warum er unbedingt wolle das eine Freundin die Übergaben macht? Das wäre für das Kind alles so belastend. Und Frau Ex würde nicht mit ihnen reden. Sie würde immer nur weinen und aber nicht sagen was ihr Problem mit M. sei. Nur Herr Ex hätte halt mal Andeutungen gemacht.

Sind wir hier im falschen Film?

Wir erklärten denen dann erst einmal, dass wir keine andere Wahl hatten als vors Gericht zu gehen, weil Frau Ex die Kleine einfach nicht mehr herausgegeben hatte. Und die zweiten Gerichtsverhandlung oder bzw. alles was nach der ersten kam, auf ihrem Mist gewachsen ist und wir nichts damit zu tun hatten. Weil sie ja immer noch nicht damit einverstanden war, dass wir die Kleine sehen durften. Und auch das mit der Freundin kam von ihr und nicht von uns.

Sie schluckten und waren ganz erschrocken darüber. Trotzdem schimpften sie und feuerten immer wieder auf M. ein. Währenddessen kam sogar klein M. wieder raus und bekam alles mit, weil die sich darum überhaupt nicht gekümmert haben. Sie stellte sich zu M. und sagte noch einmal, dass wir nicht gehen sollten. Aber dann wollte der Opa am nächsten Tag unbedingt mit Frau Ex sprechen. Er wollte dass wir uns beim nächsten Mal alle zusammen an einen Tisch setzen, damit das endlich geklärt werden würde. Wir glaubten nicht daran, aber damit sie uns Bescheid geben konnten, ließ M. seine Handynummer da. Wir verabschiedeten uns mehr oder weniger friedlich und gingen.

M. und ich waren völlig verwirrt und von den Socken. Wir konnten noch gar nicht bergreifen, was da gerade abging. Frau Ex erzählte sogar ihren Eltern total andere Storys und die wussten von nix. Naja mal sehen was daraus werden würde. Wir beschlossen jedenfalls dem Ganzen eine Chance zu geben. Wir machten ab, dass wir erst danach entscheiden würde, ob wir den Antrag wie mit Frau B. besprochen fürs Gericht stellen würden. Es wäre aber auch die letzte Chance.

Am nächsten Tag…

…waren wir gerade auf dem Rückweg nach Hause. Wirklich kurz bevor ich in unser Dorf reinfuhr, klingelte M.’s Handy. Ich hörte nur wie der Opa ihn anschrie, konnte aber nicht genau verstehen was er sagte und M. war ganz erschrocken. Er versuchte den Opa zu beruhigen und vernünftig mit ihm zu sprechen, aber nichts half. Er hörte einfach nicht auf zu schreien und zu schimpfen, also legte M. einfach auf. Wir standen dann schon mit dem Auto auf unserem Hof und guckten uns verdutzt an: „Was war denn das jetzt?“ Und M. erzählte mir, dass der Opa nur schrie, er solle seine Tochter in Ruhe lassen und sie würde nicht lügen. Auf ein Gespräch wollte er sich nicht mehr einlassen.

Wir packten dann erst einmal alles aus und begrüßten meine Eltern. Wir saßen einen Augenblick mit ihnen auf der Terrasse und versuchten alles zu verdauen. Aber es ließ mir keine Ruhe. Das kann es doch nicht gewesen sein? Ich dachte die wollten unbedingt, dass alles aufgeklärt werden würde und jetzt sowas? Ich wollte den Opa noch einmal anrufen und fragen was aus dem Gespräch werden würde. Ich rief an und der Opa war total sauer, er wollte gar nicht mit mir sprechen, da M. ja einfach aufgelegt hatte und mich das ja auch gar nichts angehen würde. Ich erklärte ihm dann, dass M. sich das auch nicht antun müsse, wenn er nicht in einem vernünftigen Ton mit ihm sprechen würde und außerdem wollte ich ja nur fragen, ob sie noch gewillt wären ein klärendes Gespräch stattfinden zu lassen. Daraufhin nahm die Oma das Telefon und schimpfte. Frau Ex würde das nicht wollen, sie würde M. nicht mehr sehen wollen und das solle er einfach akzeptieren. Sie hätte jetzt eine neue Familie und er solle einfach klein M. alle zwei Wochen abholen kommen, denn dagegen könne Frau Ex ja leider eh nichts mehr machen. Aber wenigstens keinen Kontakt mehr mit M. würde sie haben wollen.

Ich blieb ganz ruhig und erklärte ihr, dass das aber nicht so einfach gehen würde. Die beiden haben das gemeinsame Sorgerecht und müssten nun mal miteinander  Dinge absprechen. „Ja“, sagte sie „Man kann ja dann alles per Post hin- und herschicken.“ Ich fragte sie, ob das ihr ernst sei und erklärte ihr nochmals das das so nicht ginge. Ich fragte sie auch, ob sie alle überhaupt auch einmal daran gedacht haben wie es klein M. mit der ganzen Sache ginge? Und als ich sagte, dass Frau Ex ja zum Beispiel nicht mal umziehen könnte ohne M.’s Zustimmung, tickte die Oma am Telefon völlig aus. Sie schrie mich an, dass Frau Ex machen könne was sie wolle und wenn sie umziehen wollen würde, dann könnte M. froh sein wenn sie ihm dann den neuen Kindergarten und die neue Adresse geben würde. Ich blieb weiterhin ruhig und erklärte ihr, dass das auch Teil des gemeinsamen Sorgerechts ist. Ohne seine Zustimmung keine Abmeldung vom Kindergarten und kein Umzug. Und als ich merkte das sie so sensibel darauf reagiert hatte, bestätigte sich unser Verdacht. Denn auch von den Erzählungen von klein M. her, hatten wir schon länger die Vermutung, dass Frau Ex einfach vor hat wegzuziehen.

Naja zu guter Letzt wurde die Oma wieder etwas ruhiger und fing dann plötzlich an wieder nett zuzureden, als ich ihr sagte, dass wenn es sein muss wir auch wieder vors Gericht gehen würden. Denn ich wies sie auch nochmal darauf hin, dass die Richterin beim letzten Mal gesagt hatte, wenn Frau Ex nicht aufhören würde ist das Kind weg. „Nein, nein. Bitte nicht mehr vor Gericht. Das muss doch nicht sein. Ok?“

„Das werden wir dann sehen!“, sagte ich.

„Wie das werden wir dann sehen?“ fragte die Oma völlig schockiert und ich erklärte ihr, dass das ja nicht von uns abhänge sondern vom Verhalten von Frau Ex. Also könne ich ihr das nicht Versprechen. Somit verabschiedete ich mich höflich, weil ein klärendes Gespräch ja nun auch abgelehnt wurde und ich auch alles gesagt hatte.

M. stand sprachlos vor mir und auch ich musste das erstmal sacken lassen. Danach beschlossen wir, dass wir gleich am nächsten Tag bei unserem Anwalt für einen Termin anrufen würden. Klar wollten wir erstmal noch seine Meinung hören, aber irgendwie war uns schon klar, dass der Antrag gestellt werden müsse und das hatten wir nun auch vor. Klein M. könne nicht länger bei Frau Ex bleiben!

Liebe Grüße,
Rose

3 Gedanken zu “-28- Vom Regen in die Traufe #3

  1. Schlimm, schlimm und nochmal schlimm was klein M., aber auch ihr durchmachen müsst. Erschreckend finde ich den im Großen und Ganzen vergleichbaren Ablauf. Ich hab das jetzt leider selbst erlebt und auch oft gelesen und gehört, als wenn es dafür ein Schema gibt und irgendwie scheinen verlassene Expartnerinnen diese „Stalking und er will mich zurück Denkweise“ regelrecht zu kultivieren. Persönlich glaube ich inzwischen, dass das eine Art von Selbstschutz ist um sich nicht einzugestehen, dass es einen Eigenanteil daran gibt, dass die gemeinsame Beziehung nicht geklappt hat.
    Ich freue mich zu lesen wie es bei euch weitergeht und hoffe dass es Dir, M. und klein M. gut geht.

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    • Hallo Roland, Ich denke mittlerweile auch dass seine Ex die Trennung nie richtig verarbeitet hat. Es war wieder ein anstrengendes Wochenende, aber davon werde ich dann noch berichten. Trotzdem geht es uns dem Umständen entsprechend gut. Vielen Dank für deine Worte, auch in den anderen Kommentaren. Liebe Grüße, Rose

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      • Hi Rose,
        sie hat sich auch gleich in ein neues Abendteuer gestürzt, soweit ich das herausgelesen habe.
        Ich drück euch beiden die Daumen, dass es bald besser wird und klein. M vielleicht hauptsächlich bei euch lebt.
        Liebe Grüße Roland

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