-27- Manipulation

Ja ihr wartet vielleicht darauf, was beim Treffen mit Frau B. und der Übergabe bei den Großeltern passiert ist, aber dieses Mal möchte ich euch erst einmal von etwas anderem erzählen. Denn die Manipulation, die negative Beeinflussung von klein M. war ein ständiger Begleiter und eigentlich immer da.

Wie das war?

Es war schrecklich! Es fing damals schon damit an, dass in den über 4 Monaten wo wir klein M. nicht sehen durften, der Ehemann von Frau Ex zu ihrem Papa gemacht wurde. Man merkte richtig, dass sie jetzt ihre Mama und ihr Papa waren und M. sollte nur M. sein. Es wurde uns sogar mitgeteilt, dass sie jetzt angeblich auch nur noch M. zu ihm sagen wollte. Ihren Nachnamen kannte sie auch nicht, denn eigentlich trägt sie M.’s Nachnamen, aber nach der Hochzeit von Frau Ex wurde ihr gesagt, dass sie so heißt wie ihr neuer Papa und das erzählte die Kleine auch jedem.

Anfangs hatten wir das Gefühl, wir müssten ihr die Wahrheit sagen und ihr das erklären. Wir wussten, dass es falsch ist, was sie ihr da erzählen und merkten z.B. auch dass sie trotzdem immer Papa zu M. sagte, obwohl sie es ja angeblich gar nicht wollte. Nur wenn sie jemand fragte, sagte sie dass ihre Mama und ihr Papa zu Hause sind und das hier sind M. und Rose. Das waren dann Momente, in denen sie sich konzentrierte, aber instinktiv sagte sie immer Papa zu M. und das zeigte uns, dass sie das dann nur sagt, weil Mama das so will.

Immer wieder erzählte uns klein M. was Frau Ex und ihr Mann zu ihr gesagt hatten. Manchmal war sie sogar ganz traurig darüber und manchmal war sie emotional so aufgewühlt, dass sie total wütend war und man merkte das sie gar nicht wusste wieso. Sie sagte dann auch nie zu M. „Du bist/Du hast…“, nein sie sagte „M. ist/M. hat“ also so als wenn sie etwas gehört hat und es so nacherzählt. Und das haben wir uns z.B. alles angehört:

„M. ist böse!“ – „Ich bin doch nicht böse!“ – „Nein Papa, du bist lieb. Ich liebe dich!“
„M. mag ich nicht.“
„Papa P. sagt: M. ist ein Lappen!“
„Papa P. sagt, dass er starke Muskeln hat und M. hat nur einen dicken Bauch.“
„Papa P. hat gesagt, dass du mich gar nicht haben willst!“
„Papa P. sagt, dass nur er mein Papa ist und du nicht mein Papa bist. Du wolltest mich ja auch nie haben, sagt er und deswegen wohnst du ja auch so weit weg.“
„Papa P. sagt: Du hast mich gar nicht lieb! Deswegen holst du mich auch nie vom Kindergarten ab.“
„Du tust der Mama immer nur weh, weil du die Mama gehauen hast.“
„Papa P. sagt, dass du Mama immer nur weh tust.“
„Mamas Freundin sagt, ich darf Rose keinen Kuss geben, weil man fremden Menschen keinen Kuss gibt.“
„Mama sagt, dass nur sie, Papa P. und mein Bruder meine Familie sind. Du und Rose gehören nicht zu meiner Familie, sagt sie. Das finde ich traurig!“
„Ich mochte Balu und Kira, aber Mama sagt, dass Hunde stinken und böse sind.“
„Mama will nicht, dass du mich von Zuhause abholst. Deswegen muss ich immer zu Freundin Nr.2!“

Und, und, und….

Was soll man dazu noch sagen? Es wird gehetzt und manipuliert. Und wie gesagt, am Anfang hatten wir das Gefühl ihr das erklären zu müssen, aber wir merkten schnell dass es ihr nicht helfen würde. Noch zu Beginn versuchten M. ihr z.B. zu erklären, dass sie seinen Nachnamen trägt, aber sie schrie uns nur an: „Mama hat das aber gesagt!“ Zum Einen hatten wir doch gar keine Chance und zum Anderen wollten wir die Situation für klein M. nicht noch schlimmer machen.

Ich habe mal etwas gelesen. Man stelle sich vor das Kind wäre ein Luftballon, welcher zwischen die Körper der Eltern geklemmt wird. Wenn nun ein Elternteil Druck auf diesen Luftballon ausübt, bleiben dem Anderen nur 3 Möglichkeiten. Entweder er übt auch Druck aus und der Ballon platzt irgendwann oder er weicht so weit zurück, dass der Ballon irgendwann runterfällt. Beides klingt für den Luftballon nicht gut, aber es gibt noch eine Möglichkeit. Man weicht nur so weit zurück das der Ballon nicht runterfällt und auch nicht platzen kann. Man gibt dem Kind den nötigen Halt und ein Ventil den Druck abzulassen und als ich das so gelesen habe, wurde mir bewusst, dass wir nur diese Möglichkeit hatten. Auch M. wurde das klar, nachdem ich ihm davon erzählte.

Also machten wir das auch so. Egal was sie uns wieder von Frau Ex erzählte, wir nahmen es so hin und versuchten klein M. nichts mehr zu erklären. Maximal sagte M. ihr mal „Nein das stimmt nicht.“ und das wars. Und ansonsten versuchten wir ihr nur mit unserem Auftreten und Verhalten zu zeigen wie wir wirklich sind. Zum Beispiel zeigte und sagte M. ihr auch ganz oft das er sie lieb hat und somit spürte sie ja, dass das nicht so stimmt wie Frau Ex und ihr Mann das erzählten.

Doch eines kann ich euch sagen. Einfach war und ist das alles überhaupt nicht. Denn auch in diesem Punkt fühlt man sich einfach hilflos. Man kann nichts dagegen machen, dass das Kind manipuliert wird. Und klar haben wir uns immer Mühe gegeben, aber wenn man mal ehrlich ist, haben wir wenig Chancen in 2 Tagen dem entgegen zu wirken, was die anderen 12 Tage davor eingetrichtert wurde. Vor allem wenn man nicht die gleichen Spielchen spielen will wie der manipulierende Elternteil.

Trotzdem flüsterte mein Bauchgefühl immer wieder: „Gib nicht auf! Am Ende wird alles gut und ist es nicht gut, dann ist es nicht das Ende.“

Liebe Grüße,
Rose

2 Gedanken zu “-27- Manipulation

  1. irgendwie bin ich über deinen Blog gestossen. Es tut sehr weh beim lesen…. denn die gleichen Erfahrungen haben wir gemacht.
    Wenn ich dir einen Rat geben kann… bleibt dabei mit dem Verfahrensbeistand. Damit es von “ Dritten“ „geregelt“ wird und nicht von Papa oder dir.
    Das akzeptieren Kinder mehr…

    Das Beispiel mit dem Luftballon gefällt mir…

    Das spiegelt das alles wieder— Jetzt nach dem die Kinder erwachsen sind (eigentlich werden Sie das ja nie) habe ich das Gefühl wir haben zu wenig gemacht.

    Wir wollten nie Druck ausüben und haben es uns alles „gefallen“ lassen….

    Macht das nicht.. Klein M. braucht Ihren PAPA!!!!!

    Gefällt 1 Person

    • Hallo, vielen Dank für deine lieben Worte! Wir werden auf jeden Fall noch nicht aufgeben. Es macht mich immer wieder traurig zu lesen dass es noch so viele andere Menschen gibt, die das gleiche oder ähnliches erleben/ erlebt haben. Es muss unbedingt etwas geändert werden. Ich freu mich aber auf jeden Fall, dass du bei mir mitliest. Dankeschön! Liebe Grüße, Rose

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