-26- #2 Unser Sommerurlaub…

…hatte nun also angefangen! Wir waren alle aufgeregt, aber ich echt irgendwie ganz besonders. 2 Wochen mit klein M., wie das wohl werden würde? Ob man da überhaupt auch zur Ruhe kommt oder ob man nach dem Urlaub noch einen Urlaub braucht?

Fragen über Fragen

Aber ich kann sagen, es war in Ordnung! Wir haben viel unternommen, aber waren auch einfach mal den Tag über nur draußen bei uns zu Hause. Und es gab leider auch mal Streit, denn ich sage es mal so, die Erziehung von klein M. lässt etwas zu wünschen übrig. Sie muss leider noch lernen, dass die Welt sich nicht nur um sie dreht und das nicht alles immer so sein kann wie sie es will. Ja ich sage will, weil „Ich will“ die meist benutzten Wörter bei ihr sind und das kann echt anstrengend sein. Sehr anstrengend ist das vor allem, wenn sie es scheinbar auch so gewohnt ist, dass alles so gemacht wird wie sie das will. Denn die Kunst seinen Kopf durchzusetzen mit heulen, bocken oder einschleimen hat sie auch schon fast perfektioniert.

Naja Spaß beiseite! Nein ich weiß, das ist kein Witz, aber was erzähl ich euch. Jeder weiß doch, dass Kinder mal mehr oder weniger anstrengend sind bzw. sein können. Da muss man eben durch. Und gut finde ich halt, dass M. auch immer mehr begriffen hat, dass das so nicht mit der Kleinen weitergehen kann. Also arbeiten wir beide gemeinsam daran!

So jetzt aber wirklich!

Was haben wir schönes gemacht? Wir wohnen ja in Mecklenburg-Vorpommern, also waren wir natürlich an der Ostsee und zwar in Boltenhagen. Das war echt ein toller Tagesausflug und auch entspannend. Direkt am Strand gab es eine Cocktailbar und die haben M. und ich auch genutzt. Natürlich alkoholfrei, denn ich trinke nicht! Also lagen wir schön am Strand mit fruchtigen Cocktails und klein M. spielten ausgiebig im Sand. Und wir legten fest, dass im Urlaub einfach so wenig wie möglich über Frau Ex gesprochen wird, denn wir merkten, dass wir das alle gebrauchen konnten. Wir liefen nämlich an einem Postkartenständer vorbei. Die Kleine und ich schauten uns all die bunten, schönen Karten an und sie fand sie toll. Da fragte ich sie, ob sie denn Mama eine Karte schicken mag? Sie lief vom Ständer weg: „Nein!“ M. und ich schauten uns total verwundert an. „Aber Mama freut sich doch bestimmt über eine tolle Karte!“ rief ich ihr zu. „Mama will keine Karte!“ schimpfte sie und wurde ganz wütend. Das war für uns der Punkt, wo wir uns sagten, wir haben Urlaub und genießen die Zeit zu dritt ohne Frau Ex.

An anderen Tagen waren wir dann z.B. noch im Heidepark Soltau mit M.’s Schwester, ihrem Sohn und ihrem Partner. Auch echt ein klasse Tag. Wir waren im Zoo in Hamburg und denn finde ich ja echt toll. Das Eismeer mit den Pinguinen und so, haben sie echt schön hinbekommen. Aber als nächstes möchte ich mal wieder nach Rostock in den Zoo, da wurde auch was neues gebaut. Auf Karls Erdbeerhof in Rövershagen waren wir auch und naja das muss man halt mögen oder eben nicht. Viele Menschen und viel Geld, welches man am Besten ausgeben soll. Aber wir gehen gerne mal hin, wenn wir in der Nähe sind. Dann waren wir auch mal im Tobeland und da waren wir alle drei wieder Kinder. So viel geklettert, gehüpft und gelacht habe ich schon lange nicht mehr.

Tja und wie gesagt, ansonsten waren wir zu Hause. Ich habe ja schon mal erwähnt, dass wir einen großen Hof haben und da sind wir auch gerne draußen. Am Anfang war klein M. nicht so begeistert, denn schon morgens nach dem Aufstehen wollte sie nur fernsehen. Draußen ist es so schön! Wir haben eine Schaukel und unsere Nachbarin hat uns ein Trampolin geborgt. Es gibt viel zu erkunden und die Tiere sind auch alle dabei. Nach den ersten Tagen merkte die Kleine das dann auch und noch im Schlafanzug wollte sie am liebsten schon vor die Tür. Nach dem Anziehen ging dann unsere Tür auf und sie brüllte:“Baluuu und Kiraaa!“ Unsere zwei Hunden kamen wie wild angelaufen und die Drei trotteten los. Sie besuchte meine Oma und trank einen Kakao mit ihr. Danach wurde nach den Hühnern gesehen und Federn gesammelt. Es wurde geschaukelt, gesprungen, Fahrrad gefahren und im Pool gebadet.

Zum Essen saßen wir gerne mit meinen Eltern zusammen auf unserer Terrasse.  Das erste Mal sah klein M. uns alle verdutzt an: „Warum essen wir denn draußen?“ Und jeder wusste etwas zu sagen: „Weil es so schön draußen ist!“ „Weil die Vögel so schön zwitschern. Hörst du?“ „Die Hunde und Katzen sind dann auch bei uns!“ „Die frische Luft und die ersten Sonnenstrahlen!“ Am Ende lachte sie und sagte: „Ich habe noch nie draußen gegessen! Das gefällt mir!“

Und so waren wir eigentlich den ganzen Tag jeden Tag nur draußen. Das bemerkte man auch positiv an klein M., denn sie war endlich mal richtig ausgelastet und hatte Bewegung. Sie schlief sonst nur bis höchstens um 7 Uhr, aber nun schlief sie etwas länger und an einem Tag schlief sie sogar mal bis um 10 Uhr. Da waren sogar M. und ich schon längst aufgestanden. Und ihre Kratzer auf dem Rücken von der angeblich Neurodermitis (ihr erinnert euch?) sind nach der ersten halben Woche verschwunden. Mal davon abgesehen, dass sie sich bei uns sowieso nie wirklich gekratzt hatte, ging es ihr offenbar wirklich besser. Wir vermuteten das es psychosomatisch bedingt war durch die ganzen Umstände und nicht weil sie wirklich Neurodermitis hatte. Und weil sie bei uns weniger negativ beeinflusst worden war, den ganzen Tag draußen war und eben besser schlief, gingen ihre Kratzer weg und es kamen keine neuen.

Der letzte Abend…

…war für alle sehr schön und für uns auch erstaunlich. Klein M. wurde von einem anfangs völlig aufgedrehtem Kind zu einem entspannten, ruhigen Kind und das innerhalb der 2 Wochen. Wir grillten am letzten Abend mit meinen Eltern und saßen wieder auf der Terrasse. Die Kleine setzte sich völlig ruhig neben meinen Vater an den Grill und half ihm. Ohne das jemand etwas sagte, holte sie einen kleinen Hocker damit er den Teller fürs Fleisch darauf stellen konnte und nicht immer aufstehen muss. Sie war einfach total anders und das echt im positiven Sinne. Jeder konnte sehen wie sie ihre Umwelt wahrnahm, es richtig genoss und entspannte. Wir freuten uns alles darüber!

Aber das unser Urlaub wieder mit einer Katastrophe enden sollte, wussten wir nicht. Wir wussten aber bereits, dass Freundin Nr.2 leider aus privaten Gründe keine Zeit hatte die Kleine am Samstag entgegen zu nehmen. Und so schrieb sie, dass wir klein M. dann zu den Großeltern bringen sollten, die noch 30 km weiter entfernt wohnen. Es ärgerte mich sehr, denn nach 2 Wochen hatte Frau Ex scheinbar keine Sehnsucht nach der Kleinen, sodass sie mal selbst die Übergabe machte. Nein sie sollte zu den Großeltern, dort noch eine Nacht schlafen und erst am nächsten Tag wieder zu Frau Ex. Was ist denn da los, dass Frau Ex die Kleine entweder ständig zur Freundin Nr.2 gibt oder dieses Mal halt zu den Großeltern? Wir konnten und wollten nicht mehr! Das kann doch nicht sein!

Also telefonierte M. mit dem Verfahrensbeistand Frau B. und diese wollte sich gerne am Samstag noch vor der Übergabe mit uns treffen. Auf dieses Treffen und vor allem auf die Übergabe danach könnt ihr gespannt sein. Ich war es damals auch!

Liebe Grüße,
Rose

 

 

 

Ein Gedanke zu “-26- #2 Unser Sommerurlaub…

  1. Hallo Rose,
    eine sehr traurige Gesichte, die Du und M. bisher erlebt haben, gerade mit Blick auf klein M. Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht, allerdings kann ich mir als jemand, der in der selben Situation wie M. ist, inzwischen äußerst lebhaft und in allen dunklen Farben ausmalen, wie es weiter geht. Im Kern finde ich die vielen Parallelen unglaublich erschreckend und erschütternd. Tatsächlich finde ich bei euch bisher am schlimmsten, dass klein M. noch mehrheitlichen Umgang mit ihrer Mutter hat. Die hat nachweislich und wiederholt für eine längerer Zeit den Vater-Kind-Umgang boykottiert und hat dafür gerade mal 100 € Strafe zahlen müssen. Nach Auffassung des EGMR ist das übrigens grundsätzlich eine geringe Strafe, weil diese keinen Abschreckungscharakter hat.
    Ich drück Dir, M. und besonders klein M. die Daumen und wünsche euch ganz viel Kraft!!!
    Liebe Grüße
    Roland

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