-23- Vom Regen in die Traufe #1

M. und ich verbringen die Pausen auf Arbeit immer zusammen. Doch als ich an diesem Tag zur Mittagspause kam, ahnte ich noch nicht was dieses Mal auf uns zukam. M. erzählte mir, dass er eine Nachricht von einer unbekannten Person erhalten hatte.

Nicht schon wieder!

Ich hatte schon die Schnauze voll. Was ist denn nun schon wieder? Er zeigte mir die Nachricht und wir stellten fest, dass es scheinbar eine andere Freundin von Frau Ex war. Offenbar die Freundin, die beim letzten Mal dabei war als sie zu spät gekommen waren. Freundin Nr.2 schrieb ihm also, dass es Frau Ex gar nicht gut gehen würde und klein M. deswegen an diesem Tag bei ihr wäre. Deshalb sollten wir sie also von dort holen bzw. nannte sie ihm eine Adresse von einem Aldi Parkplatz.

Na klasse. Also machten wir uns nach der Arbeit auf den Weg dorthin und gleichzeitig informierte M. den Verfahrensbeistand Frau B. darüber. Normalerweise hätte sich Frau Ex ja selbst melden müssen und wir kannten diese Freundin halt nicht. Aber wir hielten es für eine hoffentlich einmalige Sache.

Dort angekommen, mussten wir erst einmal kurz warten. Dann kam diese Freundin mit klein M. um die Ecke auf diesen Parkplatz. Doch klein M. freute sich überhaupt nicht uns zu sehen. Sie versteckte sich hinter dieser Freundin und diese erklärte uns dann erst einmal, dass klein M. am liebsten noch bei ihr bleiben würde. Die Kleine war total komisch und M. versuchte sie zu überreden. Doch sie fing an zu weinen und wollte nicht in die Nähe von uns.

Wir wussten gar nicht was los war…

Aber die Freundin tat so als ob das ja vollkommen normal wäre. Sie erzählte mir von ihrem Sohn. Der würde auch nie zu seinem Papa wollen und zwingen darf man die Kinder nicht, das würde deren Seele zerstören. Deshalb unternahm sie scheinbar auch gar keinen Versuch klein M. gut zuzureden. Nein stattdessen erzählte sie mir immer weiter wie das bei ihr wäre. Wenn der Papa ihren Sohn abholen möchte und der Sohn aber nicht will, dann schickt sie ihn wieder weg. „Hat er halt Pech gehabt!“ lachte sie. Weiterhin lachte sie und erzählte, wenn ihr Sohn etwas machen müsse was er nicht will, dann würde er sein ganzen Zimmer auseinander nehmen und da würde selbst sie in Deckung gehen. Sie fand das scheinbar witzig und vollkommen normal. Sie erwähnte noch: „Das Jugendamt und Gericht haben sich an mir auch schon die Zähne ausgebissen“
Immer wieder redete sie auf M. ein, dass er die Kleine nicht zwingen könnte. Auch einfach mal so nebenbei erwähnte sie, dass es wohl an diesem Tag viel für die Kleine gewesen sei, weil Frau Ex ins Krankenhaus musste.

Wie bitte?

Schön, dass wir das auch mal erfahren. Von es ging ihr nicht so gut wurde Krankenhaus. M. fragte dann, wann sie wieder nach Hause kommen würde und die Freundin versicherte uns, dass sie am nächsten Tag wieder da wäre. Es war nämlich nichts zu machen. Klein M. war völlig verändert und weinte nur. Die Freundin redete ständig nur dagegen und wir standen da wie die Bösen, wenn wir die Kleine mitnehmen würden. Ehrlich gesagt waren wir auch total überfordert. Wir wussten nicht was wir tun sollten. Also entschloss sich M. dafür, dass klein M. dort bleiben sollte, aber sie am nächsten Tag unbedingt dann wieder zu Frau Ex gehen sollte. Die Freundin triumphierte und ich war eigentlich gar nicht begeistert von der ganzen Sache.

Auf der einen Seite konnte ich M. verstehen, aber auf der anderen Seite ahnte ich schon wieder, was demnächst auf uns zukommen würde. Bei dieser Frau in Kombination mit Frau Ex konnte doch gar nichts Gutes dabei rauskommen. Ich hatte nämlich ganz stark das Gefühl, dass sie diese „Das Kind will nicht“-Sache in nächster Zeit ausnutzen würden, um zu verhindern das klein M. mit uns Kontakt hat. Immerhin hatte es ja jetzt einmal funktioniert. Also warum nicht die nächsten Male auch?

Weil wir nicht doof sind!

Am nächsten Tag holte M. sich Rat bei Frau B. und diese war eigentlich auch nicht so begeistert davon, dass wir klein M. da gelassen hatten. Sie erklärte ihm, dass falls es beim nächsten Mal wieder so sein sollte, er die Kleine auf alle Fälle mitnehmen müsse. Und wir merkten auch schnell, wie blöd es war sie da zu lassen. M. schrieb dieser Freundin nämlich noch einmal und klein M. war immer noch bei ihr. Auch am darauffolgenden Tag war die Kleine noch bei ihr, denn Frau Ex lag immer noch im Krankenhaus und M. war echt sauer. Wir konnten nicht verstehen, warum nicht der Ehemann auf klein M. aufpasste oder sonst was. Am Liebsten hätten wir sie einfach dort abgeholt und zu uns genommen. Wir hofften aber auch sehr, dass das nicht noch einmal vorkommen würde.

Liebe Grüße,
Rose

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s