-21- Gerichtsverhandlung #2.2

Also wann war es denn nun endlich soweit? Wann geht diese blöde Tür auf?
Tja keine Ahnung wie lange ich dieses Mal gewartet habe. Nach meinem Geschmack natürlich viel zu lange. Doch was ist das? Ich hörte Stühle knarren…

Die Tür geht auf…

Und wer kam zuerst raus? Frau Ex? Was ist denn mit der los?
Heulend, mit roten Gesicht und total fertig kam Frau Ex zuerst aus dem Saal. Ich konnte gar nicht aufhören sie anzustarren als sie zu ihrem Ehemann lief. Mir fiel echt die Kinnlade runter als ich das gesehen habe. Ich habe nicht einmal mitbekommen, wie Frau H. vom Jugendamt herauskam.

Danach kam M. mit seiner Anwältin heraus und zum Schluss Frau B., auf deren Jacke ich unbewusst aufgepasst hatte. Die lag so herrenlos neben mir auf der Bank.
M. lächelte mich an, aber reden wollte er erst einmal nicht, denn klein M. stand so unbeachtet neben ihrer Mutter. Er hockte sich hin, machte die Arme weit auf und klein M. kam den Flur entlang auf ihn zugelaufen. Sie nahmen sich fest in den Arm.

M. ist denn alles gut? Ja alles gut.

Das beruhigte mich gleich etwas und ich wusste, wir werden später alles besprechen.
Alle verabschiedeten sich wieder, wünschten uns eine weitere schöne Zeit mit klein M. und eigentlich wollten wir dann auch gehen. Doch Frau Ex stand mit ihrem Mann, der Freundin und ihrer Anwältin immer noch da und alle diskutierten. Frau Ex immer noch halb am heulen, der Mann am trösten und die Freundin am schimpfen.
Ich hörte nur wie sie sagte: „Wie kann das sein? Sie will doch gar nicht zu ihrem Papa!“
Und dachte ich mir nur, ja sieht man, deshalb ist sie gerade auch bei uns. Die Anwältin tat mir ein bisschen leid, weil sie versuchte alle 3 irgendwie zu beruhigen und alles zu erklären. Wir wollten dann also los, aber klein M. fing an zu weinen. Sie wollte nicht das wir gehen bzw. wollte sie gerne mit uns kommen. Frau Ex guckte nur einmal kurz und machte dann aber weiter gar nichts. Also warteten wir noch ein bisschen in der Hoffnung, dass sie ihre Diskussionsrunde endlich beenden würden. Aber daran hatten sie irgendwie kein Interesse und ob die Kleine das alles mitbekommt, hat auch keinen gejuckt. Irgendwann ging Frau Ex an uns vorbei und erstmal zur Toilette. Daraufhin nahm der Ehemann schon die Sachen und ging richtig Ausgang, auch an uns vorbei. Keiner von beiden hat klein M. angesprochen oder überhaupt beachtet. Also sind wir mit ihr hinterher gegangen. Als Frau Ex aus der Toilette kam, ging sie zu ihrem Mann und zog sich in aller Seelenruhe die Jacke an. Währenddessen fing klein M. wieder an zu weinen, weil wir noch einmal den Versuch starteten zu gehen. Keine Reaktion von Frau Ex, bis ihre Anwältin sie darauf hinwies, sich doch mal um ihre Tochter zu kümmern. Erst dann nahm sie die Kleine in den Arm und wir konnten gehen.

Ein Trauerspiel…

Im Auto erzählte M. mir dann endlich von der Verhandlung. Er sagte, dass Frau Ex keinen Vorschlag für eine Änderung genannt hat, sondern ihm nur alte als auch neue Vorwürfe vorgehalten hat. Danach wurde die Richterin dann mal ganz deutlich und daraufhin hatten Frau Ex den Rest der Verhandlung nur geheult. Die Richterin fragte sie danach, was sie denn überhaupt will? Direkt darauf sagte sie, sie wüsste was Frau Ex wolle. Gar keinen Kontakt zwischen Vater und Tochter, aber das würde nicht klappen. Sie solle endlich aufhören zu Lügen! Alle machten ihr klar, dass sie ihre Vorwürfe nicht glauben würden. Die Stellungnahme der Oma legte die Richterin einfach beiseite und sagte, dass sie das dann mal ignorieren würde. Ebenfalls machten ihr alle klar, dass es totaler Blödsinn ist, dass M. sie zurück haben wollte und er das deswegen alles nur gemacht hatte. Auch M. sagte ihr noch einmal ins Gesicht, dass er keinerlei Interesse mehr an ihr hat.

Frau B. kam ja auch noch zu Wort wegen der Kindesübergabe, die total katastrophal abgelaufen ist. Sie bestätigte, dass das Kindeswohlgefährdung war und das diese Freundin da absolut nichts mehr mit zu tun haben sollte. Auch Frau Ex riet sie solche Dinge schnellstmöglich zu unterlassen.
Somit wurde also festgelegt, dass die Freundin nicht mehr als Mittelsperson eingesetzt werden darf. Auch die Richterin machte Frau Ex noch einmal klar, dass es ganz allein ihre Aufgabe ist die Verantwortung für die Übergaben zu übernehmen und das sie mit M. kommunizieren muss, nicht irgendwelche anderen Leute. Sie sind nun mal die Eltern!
Und die Richterin sagte Frau Ex ganz deutlich, dass sie kein Problem damit hätte ihr das Kind wegzunehmen, wenn sie nicht aufhören würde.

Ende vom Lied war also, dass Frau Ex bestätigte, dass die Umgangsvereinbarung genauso bestehen blieb, wie bei der ersten Verhandlung festgelegt.
Und was bedeutete das für uns? Gar nichts. Alles blieb so wie es war und wir konnten nur hoffen, dass Frau Ex wachgerüttelt wurde und den ganzen Mist endlich lässt. Wir waren da auch guter Dinge, immerhin hatte sie es sehr getroffen, wenn sie die ganze Zeit geheult hat.

Oder war das doch nicht wegen ihres schlechten Gewissens? War das um Mitleid zu erregen? War das, weil es ihr leid tat? Oder einfach nur, weil ihre ganzen Lügen aufgeflogen sind? Was meint ihr?

Ich kann euch sagen, dass wir heute also später noch mehr darüber wussten, als an dem Tag der Verhandlung….

Liebe Grüße,
Rose

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