-20- Gerichtsverhandlung #2.1

Tja also nachdem wir dann den Schock der Kindesübergabe verarbeitet hatten, rückte der Termin für die neue Gerichtsverhandlung immer näher. Komischerweise hatten wir aber keine Stellungnahme von Frau Ex erhalten und wussten somit auch nicht, worum es nun gehen wird in der Verhandlung. 

Was wird denn nun passieren?

Erst einmal gar nichts. So richtig vorbereiten konnten wir uns halt nicht und mussten uns mal wieder überraschen lassen. Auch überrascht waren wir schon eine Woche vor dem Gerichtstermin. Frau B. rief M. an und erzählte ihm, dass Frau Ex bei ihr angerufen hätte, weil sie nicht will das klein M. bei Gericht eine Kindesbefragung mitmachen muss. M. erzählte ihr, dass er das der Kleinen eigentlich auch am liebsten ersparen würde, aber er wusste nicht das das gehen würde. Frau B. erklärte ihm das gleiche, wie sie es auch Frau Ex erklärt hatte. Wenn sich Beide bereit erklären, dass sie sich noch vor der Verhandlung mit Frau B. an einen Tisch setzen und die ganze Sache mal klären, dann würde sie auf die Kindesbefragung bei Gericht verzichten. Natürlich hatte M. kein Problem damit und hatte dem zugestimmt. Doch als sie das Frau Ex gesagt hatte, hatte diese nur gesagt, dass sie es sich überlegen würde. Sie hatte sich nicht noch einmal gemeldet.

Traurig oder?

Ich tue mal so, als ob mir mein Kind wichtig wäre und ich ihm gerne etwas ersparen würde. Aber bevor ich mich mit dem Typen an einen Tisch setzen muss, kann das Kind auch lieber vor Gericht gehen. Ist auf einmal dann doch nicht mehr so schlimm.
Man man, da war ich echt geplättet….

Naja gut, also zum Tag der Verhandlung. Wir waren wieder rechtzeitig da, doch außer uns niemand. Wir standen wieder in dem gleichen großen menschenleeren Flur und warteten. Beinahe hatten wir sogar das Gefühl wir wären hier falsch. Bis wir aus dem Fenster gesehen haben und dort Frau Ex mit Ehemann und klein M. entdeckten. Wir waren echt erleichtert, dieses mal war sie da. Irgendwann kamen sie dann auch den Flur entlang, aber sie lenkten klein M. so sehr ab, dass sie uns gar nicht gesehen hatte. Natürlich kamen sie auch nicht in unsere Nähe, aber dennoch schaute sie sich irgendwann um und entdeckte uns. Klein M. war ganz überrascht und sagte zu Frau Ex: „Guck mal, da ist ja Papa!“ Sie lächelte verschmitzt und wank uns zu. Da M. sie gerne richtig begrüßen wollte, wank er sie zu uns, aber sie schüttelte den Kopf  und rief leise: „Ich muss hier bei Mama bleiben, ich darf nicht.“ Wir waren entsetzt und M. rief ihr zu, dass sie schon kurz kommen darf, um ihrem Papa Hallo zu sagen, mehr nicht. Sie war unsicher, aber da von Frau Ex keinerlei Reaktion kam, kam klein M. zu uns. Sie und ihr Ehemann starrten aus dem Fenster, bloß nicht uns angucken. Naja als sie uns dann Hallo gesagt hatte, blieb sie einfach bei uns. Sie genoss es ihren Papa in den Arm zu nehmen und mit uns zu erzählen. Und wir waren dann gar nicht mehr so aufgeregt, weil sie uns von allem ablenkte.

Doch dann ging es los…

Kurz darauf waren nämlich alle eingetroffen. Die Anwälte, Frau H. vom Jugendamt und der Verfahrensbeistand Frau B.. Und natürlich blieb es nicht unbemerkt, dass klein M. die ganze Zeit bei uns war. Ich muss auch sagen, dass mir auffiel wie siegessicher Frau Ex dastand. In der Zwischenzeit kam auch noch ihre Freundin, die ja angeblich die Übergaben immer gemacht hätte. So standen sie also alle zusammen da, siegessicher und uns gegenüber abwertend. Und dabei hatte Frau Ex noch nicht einmal einen Vorschlag eingereicht, was sie denn nun an der Vereinbarung geändert haben will. Es war gar nichts eingereicht von ihrer Seite. Wie kann man sich da schon so freuen?
Naja uns war klar was sie will, M. sollte seine Tochter am Besten gar nicht mehr sehen.

Die Verhandlung startete dann damit, dass klein M. mit Frau B. und der Richterin in ein Spielzimmer gegangen ist. Dort wurde dann sozusagen ihre Befragung gemacht. Zuvor hatte sie schon ein Bild auf einem Zettel von uns gemalt. Dieses nahm Frau B. dann mit ins Zimmer. Klein M. erklärte dann, dass das wir sind. Papa, Rose und sie, unsere 3 Katzen und ganz viele Herzen. Das Ganze dauerte dann auch gar nicht so lange und sie kamen wieder raus. Danach wurden der Ehemann und die Freundin gebeten mit klein M. in dem Spielzimmer zu warten. Alle Anderen gingen in den Gerichtssaal.

Und ich?

Tja, ich saß da wieder. Auf der selben Bank in dem gleichen menschenleeren Flur wie beim letzten Mal. Ich habe gehofft, ich habe gebangt und ich habe wieder ewig lange gewartet. Ich habe auf dieser Tür gestarrt und mich gefragt, wann sie denn endlich aufgehen mag?

Liebe Grüße
Rose

 

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