-17- Wie die Tage verliefen…

…die nach dem großen Schock kamen, möchte ich euch nicht vorenthalten.
Im Großen und Ganzen mehr oder weniger gut oder so lala. Kontakt gab es jetzt nur noch über die Freundin. Diese stellte sich in einer kurzen E-Mail an M. vor und bat darum in Zukunft keine E-Mails mehr an Frau Ex zu schicken.

Na denn, probieren wir das mal!

Es ging ja schon gut los. Es hieß, dass die Freundin die Übergaben macht. Tja nur kam die irgendwie nie. Ein Mal hatte sie es geschafft und das nur, um mit M. ein Gespräch zu führen, indem sie mehr oder weniger zugab, dass Herr Ex sehr eifersüchtig ist und sie ihm auch gesagt hätte, dass nicht er der Vater von klein M. sei. Sie wollte versuchen, dass die Konflikte gelöst werden und man sich irgendwann zusammen an einen Tisch setzen könnte. Aber momentan bräuchte Frau Ex noch etwas Zeit. Okay! Wir haben uns auch sehr gewünscht, dass man wieder normal miteinander auskommt, aber Hoffnung hatten wir da keiner mehr. Trotzdem willigte M. ein und wir gaben der Freundin eine Chance.

Der Umgang fand ganz normal statt. Darüber freuten wir uns sehr. Das Kind, was angeblich nicht zu uns wollte, weinte und sich selbst schlug, gab es bei den Übergaben nicht. Schon wie beim ersten Mal kam sie immer freudig angelaufen und sprang M. in die Arme. Die Bindung zwischen M. und seiner Tochter konnte aufrecht gehalten werden und wurde auch wieder stärker.

Dann fielen uns rote Flecken an ihren Händen auf und M. fragte die Freundin danach. Ja, dass wäre schon aufgefallen und Frau Ex würde dann mal einen Termin beim Hautarzt machen. Das würde aber kommen, wenn sie zu viel mit Wasser spielt. Naja wir warteten ab. Irgendwann erhielt M. dann eine E-Mail mit der Info, dass sie beim Hautarzt waren und die Kleine Neurodermitis hätte. Sie bekommt jetzt verschiedene Medikamente, darf nur noch ein mal die Woche baden und darf kein Fleisch, kein Getreide, kein Zucker, keine Milch und keine Zusatzstoffe mehr essen oder trinken.
Im ernst? Wir konnten das gar nicht glauben! Medikamente ja, weniger Baden joar, aber eigentlich kaum noch etwas essen dürfen? Die können doch jetzt nicht von heute auf morgen einer 4-jährigen so viele Lebensmittel verbieten. Uns war ja auch aufgefallen, dass klein M. sowieso schon kaum was isst. Danach wollte M. dann gerne den Hautarzt wissen, damit er sich das mal erklären lassen kann. Da kam nur, dass es ihn nichts angehen würde und er froh sein kann, dass sie überhaupt Bescheid gesagt haben. Somit war das Thema beendet. Keine Antwort mehr. Laut Internet „kann“ Neurodermitis durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit entstehen, aber das sollte vorsichtig getestet werden und wenn dann sollte immer nur ein bestimmtes Lebensmittelprodukt weggelassen werden. Ansonsten drohen Mangelerscheinungen.

Ungefähr eine Woche später kam dann ein Brief von einer Kinderpsychologin. Diese erklärte, dass Frau Ex mit der gemeinsamen Tochter dagewesen ist. Da ja gemeinsames Sorgerecht besteht, braucht sie seine Zustimmung für eine Behandlung und sie würde ihn auch gerne mit einbeziehen. Da wartete M. gar nicht lange und machte direkt einen Termin dort. Klar mussten wir dann wieder Urlaub nehmen und extra dorthin fahren, aber es war wichtig. Die Psychologin erklärte ihm dann bei dem Termin, dass sie schon beim ersten Gespräch mit Frau Ex festgestellt hätte, dass das Problem bei den Eltern liegt. Sie würde von einer Behandlung der Kleinen absehen, da sie selbst eigentlich kein Problem hat, sondern unter der aktuellen Situation leidet. Frau Ex hatte wieder so einige Sachen über M. vom Stapel gelassen und die Psychologin wollte sich bei M. über diese Vorwürfe informieren. Er erklärte ihr alles und sie gab ihm zu verstehen, dass sie sich auch vorher gar nicht vorstellen konnte, dass das stimmt. Alle bekamen dann einen Fragebogen, Frau Ex, M. und der Kindergarten. Jeder sollte den ausfüllen und hinschicken. Tja, was soll ich euch sagen? M. hat seinen ausgefüllt und hingeschickt. Danach kam keinerlei Rückmeldung mehr, weil Frau Ex da dann doch nicht mitmachen wollte. Am gleichen Tag hatte M. dann noch einen Termin bei einer Beratungsstelle zu dem Thema. Das wurde sowohl von Frau H. als auch von der Richterin für die Beiden vorgeschlagen. M. tat es sichtlich gut. Frau Ex will bis heute daran nicht teilnehmen.

Zwischenzeitlich hat immer wieder der Umgang stattgefunden. Auch an Ostern hatten wir ein verlängertes Wochenende und konnten mit klein M. zu uns nach Hause fahren. Sie war total begeistert. Die Tiere, der große Hof, Ostereier suchen, Basteln und Ostereier bemalen… Ach die Zeit verging viel zu schnell! Und wieder nach Hause wollte klein M. auch nicht.

„Ich möchte noch ganz lange bei euch Urlaub machen!“

Ja das war dann in Zukunft immer Thema. Jedes mal wenn wir sie abholten, war die erste Frage, ob wir wieder zu uns nach Hause fahren oder ob wir bald wieder Urlaub machen? Ich muss ja zugeben, dass wir uns genauso auf den nächsten Urlaub gefreut haben. Im Sommer dann für zwei Wochen!

Aber auch nochmal kurz etwas ganz anderes! Ich muss auch zugeben, dass nicht alles immer nur toll lief. Klein M. hatte ja auch so ihre Eigenarten. Denn M. war manchmal eher Butler und sie der Chef. Ich war am Anfang oft das fünfte Rad am Wagen. Natürlich haben wir deswegen auch gestritten. Es ist halt scheiße, wenn einem jemand sagt, dass das Kind nicht so perfekt ist, wie man das denkt. Aber ich finde es wiederum schlimm, wenn nicht ich ihm das sagen kann, wer dann? Ist es besser, dass von anderen fremden Leuten zu hören? M. lenkte ein, als ich ihn mehrfach darauf hinwies, auf einige Dinge mal acht zu geben. Er merkte ziemlich schnell, dass ich recht hatte und als er dann einige Dinge änderte, merkte auch sie das schnell. Wie, es geht nicht mehr nach meinem Willen? Auch mich einzubinden war ihm wichtig. Er merkte das am Anfang gar nicht so und erst als ich androhte nicht mehr mitzukommen, weil ich es nicht aushalten konnte, merkte er, dass es falsch lief. Daraufhin wurde es echt besser. Natürlich habe ich mich auch manchmal selbst zurück gezogen, weil eben die Papa-Tochter-Zeit auch sehr wichtig ist. Oft haben wir zusammen etwas unternommen und danach habe ich mich mit meinem Kram beschäftigt und er sich mit klein M.. Klappte gut!

Tja und das war echt eine angespannte, chaotische Zeit. Immer wieder etwas Neues und gleichzeitig mussten wir abwarten, wie es weiter geht. Die ganze Situation wurde dann noch angespannter als Post vom Gericht kam…

Liebe Grüße
Rose

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